Wie erkenne ich einen guten Züchter und warum ist ein Stammbaum wichtig?

Unterschiede Züchter / Vermehrer

 

Auf der Suche nach einem Kätzchen hat man es nicht leicht, denn es gibt unzählige Angebote, Inserate und Anzeigen, wo Kätzchen zu verschiedensten Preisen angeboten werden. Behördlich gemeldetet Züchter und "Hobbyzüchter" mit und ohne Stammbaum, geimpft und nicht geimpft und mit unterschiedlichstem Abgabealter...

 

 

Es ist für den Katzenkäufer oft sehr schwierig zu unterscheiden und die richtige Wahl zu treffen.

Deshalb möchte ich hier ein paar Punkte auflisten, die einen seriösen Züchter auszeichnen und warum das Kätzchen einen Stammbaum haben muss.

 

    Ein guter Züchter...

 

-   ist Mitglied in einem anerkannten Zuchtverein/Verband und
    hat für alle seine Tiere Papiere.

-   hat typvolle Zuchttiere und plant die Verpaarungen um ein
    Zuchtziel zu erreichen.

-  testet und schallt seine Zuchttiere vor Zuchteinsatz auf 
    rassetypische Erbkrankheiten. 

-   ernährt seine Tiere hochwertig und lässt diese regelmäßig
    impfen und tierärztlich untersuchen.

-   gibt seine Kitten nicht vor der 12. Woche
    (meistens erst mit 14-16 Wochen) ab.

-   gibt seine Kitten mit kompletter Grundimmunisierung
    (Katzenseuche/-schnupfen), entwurmt und gechipt ab.

-   gibt seine Kitten mit Kastrationsvorgabe oder besser
    frühkastriert ab.

-   nimmt sich Zeit für Beratung und wird im Gegenzug viele
    Fragen zur Lebenssituation und Haltung haben.
-   vergibt nicht in Einzelhaltung.

-   vergibt nur mit Kaufvertrag und man bekommt bei Anzahlungen
    natürlich einen Beleg.

 

 

    Ein Hobbyzüchter - ich nenne ihn Vermehrer

    (alle Züchter sind Hobbyzüchter) ...

 

 

-   ist in keinem Verein, weil er sich keinen Vereinskontrollen
    unterziehen und nicht an die Regeln halten möchte.

-   verpaart ohne Wissen Katze A mit Kater B, oft mit Tieren, die
    keinen Stammbaum haben oder ein Liebhabertier mit
    Zuchtsperrvermerk (oftmals nicht als Zuchtkatze geeignet)!

-   ernährt seine Katzen und Kitten oftmals minderwertig
    (Trockenfutter, Kittekat & Co).

-   lässt seine Kitten nicht tierärztlich überwachen und
    nicht impfen im besten Fall zumindest entwurmen.
-   gibt seine Kitten oft viel zu früh ab (vor der 12. Woche).

-   unterzieht seine Zuchtkatzen keinen Tests und Untersuchungen
    betreffend Erbkrankheiten.

-   hat oftmals kein Interesse daran, wo und wie das Kitten leben
    wird (Einzelhaltung)?!

-   vergibt in der Regel ohne Vertrag und es kommt vor, dass
    Anzahlungen geleistet werden müssen, bevor man das Kitten
    sehen darf.
-   versucht manchmal über die Mitleidmasche seine Babys zu
     verkaufen.

 

 

 

Der Stammbaum:

 

Es ist vielen nicht bewusst, was der Stammbaum bedeutet.

Er ist kein unwichtiges Papier, welches man nur braucht, wenn man züchten möchte!
Der Stammbaum ist der "Personalausweis" - der Nachweis, dass ein reinrassiges Kätzchen erworben wurde und dieses optisch und auch charakterlich den typischen Rassemerkmalen entspricht. Das istja eigentlich der Grund, warum man eine Rassekatze möchte. Auch ist es sehr interessant die Generationen nachzuverfolgen und Gesundheit und Erfolge der Linien zu recherchieren (pawpeds).

 

Der Stammbaum belegt auch, dass der Züchter sich zum Wohle der Katzen den Regeln eines Vereines bzw. Verbandes unterwirft.
Es gibt klare Bestimmungen über Tierhaltung, Aufzucht und Abgabe wie zB.:

 

-   Mindestalter der Zuchtkatze und Anzahl der Würfe

-   Abgabe der Kitten frühestens mit 12 wochen

-   vollständige Impfung der Kitten bei der Abgabe

    und viele mehr...

 

 

Katzen züchten ist ein wunderschönes, Hobby!

Bevor man dieses betreibt wird man sich in der Regel mit der Thematik "Zucht" auseinandersetzen, Seminare besuchen und viel über Genetik, Rassemerkmale, Krankheiten usw. lernen.

Der Züchter legt sehr viel Wert auf die Auswahl der Zuchttiere, auf Gesundheit, hochwertige Ernährung und verantwortungsvolle Haltung.

Dazu gehören regelmäßige tierärztliche Untersuchungen, liebevolle Aufzucht und die sorgfältige Auswahl der zukünftigen Katzeneltern. Das alles ist mit viel Zeitaufwand, großer Verantwortung und hohen Kosten verbunden.

Man muss kein Rechengenie sein um zu sehen, dass der Züchter nicht reich wird ;-) !
 

 

Die Preisunterschiede entstehen nicht durch den fehlenden Stammbaum, sondern vielmehr durch die Qualität der Zuchttiere und die unterschiedliche Aufzucht und Versorgung.

Ein Stammbaum kostet ca. 20,- bis 30,-€ und eine Vereinszugehörigkeit ca. 40,- bis 70,-€ im Jahr!

 


Beim Kauf eines Kätzchens geht es um ein Familien-

mitglied, welches einen viele Jahre lang begleitet.
 

 

 

Geiz ist in dem Fall nicht geil!

Es geht hier um ein Lebewesen, nicht um einen neuen Fernseher oder ein Sofa, welches sich schnell und emotionslos austauschen lässt. Man möchte eine Rassekatze wegen ihrem imposanten Aussehen oder dem einzigartigen Charakter - das bekomme ich aber nur, wenn ich eine Katze mit Stammbaum kaufe. Alles andere sind ohne Frage auch süße und liebenswerte Wesen, aber das Preis/Leistungsverhältnis ist oft sehr fragwürdig!

Leider schaden diese unkontrollierten Vermehrungen sehr dieser wundervollen Rasse, sie kommt in Verruf krank und anfällig zu sein, was nicht der Realität entspricht!  

 

 

Ich möchte am Schluss noch erwähnen, dass es überall schwarze Schafe gibt, bei den Züchtern wie bei den Vereinen und auch gibt es bestimmt Vermehrer, denen das Wohl der Katzen am Herzen liegt.

Wenn man überlegt einem Kätzchen (oder zwei) ein Zuhause zu schenken, sollte man unbedingt nachdenken und sich informieren, bevor die unbedachte Vermehrung zu Lasten der Tiere unterstützt wird!

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Heidi Pichlbauer